Pfanne im Backofen: Welche darf rein, welche nicht?

Pfanne im Backofen: Welche darf rein, welche nicht?

Sie haben das perfekte Steak vor sich. In der Pfanne scharf angebraten, eine herrliche Kruste, Röstaromen pur. Jetzt soll es im Ofen bei sanfter Hitze auf die gewünschte Kerntemperatur ziehen. Doch genau hier zögern viele Heimköche: Hält der Griff das aus? Schmilzt die Beschichtung? Oder verzieht sich gar der Boden?

Die Frage, ob eine Pfanne Backofen-tauglich ist, entscheidet oft über den Erfolg eines Gerichts. Nichts ist ärgerlicher als ein geschmolzener Kunststoffgriff oder giftige Dämpfe in der Küche. In diesem Ratgeber klären wir auf, welche Materialien die Hitze lieben und bei welchen Modellen Sie den Ofen lieber auslassen sollten.

Der Material-Check: Wer verträgt die Hitze?

Nicht jedes Material reagiert gleich auf die trockene, umschließende Hitze im Backofen. Während die Hitze auf dem Herd nur von unten kommt, wirkt sie im Ofen von allen Seiten. Das stellt enorme Anforderungen an die thermische Stabilität.

Gusseisen: Der unangefochtene König

Gusseisen ist das robusteste Material für die Verwendung im Ofen. Da diese Pfannen meist aus einem einzigen Stück gegossen werden, gibt es keine Schwachstellen wie gelötete Griffe oder empfindliche Beschichtungen. Eine gusseiserne Pfanne im Backofen zu nutzen, ist nicht nur sicher, sondern sogar empfehlenswert, da das Material die Hitze extrem gleichmäßig speichert.

Eisen und Carbonstahl

Ähnlich wie Gusseisen sind auch Eisenpfannen (z. B. aus Carbonstahl) hervorragend geeignet. Sie halten extrem hohen Temperaturen stand. Einziger Fallstrick: Die Griffe sind oft mit einer Schutzschicht (z. B. Bienenwachs oder einer Epoxidbeschichtung) versehen, die bei sehr hohen Temperaturen über längere Zeit weich werden oder sich verfärben kann.

Edelstahl: Unkompliziert und Hitzefest

Edelstahlpfannen ohne Beschichtung sind in der Regel absolut backofenfest. Da Edelstahl erst bei weit über 1000 °C schmilzt, sind die üblichen 200–250 °C im Heimgebrauch kein Problem. Achten Sie hier primär auf die Griffe und eventuelle Glasdeckel.

Beschichtete Pfannen (PTFE/Teflon)

Hier ist Vorsicht geboten. Die klassische Antihaftbeschichtung (PTFE) ist empfindlich. Ab einer Temperatur von etwa 260 °C beginnt sie sich zu zersetzen und kann giftige Dämpfe freisetzen. Zwar erreicht ein Backofen diese Temperatur selten direkt am Boden, doch die Strahlungshitze kann die Beschichtung punktuell überhitzen. Wir empfehlen: Nutzen Sie beschichtete Pfannen im Ofen nur kurzzeitig und bei maximal 160–180 °C.

Tipp vom Profi: Wenn Sie eine Pfanne für Schmorgerichte suchen, die stundenlang im Ofen bleiben, greifen Sie immer zu unbeschichtetem Gusseisen oder Emaille.

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Die Achillesferse: Der Pfannengriff

Selbst wenn der Pfannenkörper aus bestem Edelstahl besteht, ist die Pfanne Backofen-tauglichkeit oft durch den Griff begrenzt. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Kunststoffgriffe und Bakelit

Viele Pfannen für den Alltagsgebrauch haben Griffe aus Bakelit oder anderen Kunststoffen. Diese sind zwar hitzeisolierend auf dem Herd, im Backofen jedoch problematisch. Die meisten Hersteller geben hier eine Grenze von 150 °C oder 180 °C an. Werden diese überschritten, wird der Kunststoff spröde, fängt an zu riechen oder schmilzt im schlimmsten Fall.

Holzgriffe

Holz ist ein natürliches Material, das im Backofen austrocknet. Ein Holzgriff kann im Ofen reißen, sich lockern oder im Extremfall sogar verkohlen. Eine Pfanne mit fest montiertem Holzgriff hat im Backofen dauerhaft nichts zu suchen.

Abnehmbare Griffe

Systeme mit abnehmbaren Griffen (wie man sie oft bei Camping-Geschirr oder speziellen Platzspar-Serien findet) sind eine geniale Lösung. Man brät auf dem Herd an, klickt den Griff ab und schiebt die Pfanne in die Röhre. Das ist die sicherste Methode, um Griffschäden zu vermeiden.

Ganzmetallgriffe

Griffe aus Edelstahl oder Gusseisen, die genietet oder verschweißt sind, sind die beste Wahl. Sie werden zwar im Ofen genauso heiß wie die Pfanne selbst (Achtung: Verbrennungsgefahr!), nehmen aber keinen strukturellen Schaden.

Temperatur-Limits und Sicherheitsregeln

Bevor Sie Ihre Pfanne Backofen-Experimenten aussetzen, sollten Sie die Grenzen Ihres Equipments kennen. Hier ist eine grobe Orientierung:

  • Unbeschichtetes Gusseisen/Stahl: Bis zu 300 °C+ (praktisch unbegrenzt im Haushaltsrahmen).
  • Emaille: Bis zu 260 °C (bei hochwertigen Marken wie Le Creuset).
  • Edelstahl mit Metallgriff: Bis zu 250 °C.
  • Beschichtete Pfannen (PTFE): Max. 160–180 °C (Herstellerangaben prüfen!).
  • Keramikbeschichtung: Oft bis zu 200–220 °C, verliert aber bei hoher Hitze schneller die Antihaftwirkung.

Vorsicht bei Glasdeckeln

Nicht jeder Glasdeckel ist hitzefest. Einfaches Glas kann durch die thermische Spannung im Ofen springen. Achten Sie auf das Symbol für Temperaturbeständigkeit oder verwenden Sie im Zweifel Alufolie zum Abdecken. Auch die Knäufe an den Deckeln sind oft nur aus einfachem Kunststoff und schmelzen schneller als der Pfannengriff selbst.

Sicherheitshinweis: Benutzen Sie nach dem Herausnehmen der Pfanne aus dem Ofen IMMER einen Topflappen oder Silikon-Griffschutz. Der Griff bleibt oft noch 15-20 Minuten lang gefährlich heiß, auch wenn die Pfanne bereits auf dem Tisch steht. Ein klassischer Fehler ist es, den Griff nach zwei Minuten mit der bloßen Hand anzufassen, weil man „vergisst“, dass sie im Ofen war.

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Unsere Empfehlung: Drei Spezialisten für den Ofen

Basierend auf unseren Tests und den Produktdaten empfehlen wir drei Pfannen, die im Backofen eine hervorragende Figur machen, aber unterschiedliche Einsatzzwecke bedienen.

1. De Buyer Mineral B Element (Carbonstahl)

Diese Pfanne ist der Liebling vieler Profiköche. Sie besteht aus massivem Eisen und ist mit Bienenwachs voroxidiert.

  • Backofen
# Küche # Pfanne # Test

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